Die Gretchenfrage der Nach- oder Umrüstung beim Autolicht lautet: Wie hältst du es mit der Zulassung? Legal einsetzbar ist schlicht nur, was ein E-Zeichen trägt. Der große Vorteil: Wenn es vorhanden ist, bedarf es keiner Eintragung in den Fahrzeugpapieren.

Autolicht ist stark reguliert. Praktisch alles, was nach außen leuchtet, braucht eine Genehmigung. Diese kommt heute nicht mehr nur von deutschen Behörden und schon gar nicht vom TÜV. Für die Frage „erlaubt oder nicht“ sind ausschließlich international gültige Genehmigungen nach den Regeln der ECE zuständig. Die drei Buchstaben stehen für Economic Commission for Europe und haben übrigens nichts mit der EU zu tun. Es ist eine UN-Unterorganisation, die in Genf und damit sogar außerhalb der Europäischen Union sitzt. Ist ein Scheinwerfer oder eine Leuchte nach ECE zugelassen, trägt das Teil eine E-Nummer. Zu erkennen ist sie an einem großen E und einer tiefgestellten Zahl, umrundet von einem Kreis. Der große Vorteil jener Nummer ist, dass ein entsprechend markiertes Teil ohne Vorführung bei Sachverständigen wie dem TÜV und Eintragungen in den Papieren eingebaut und genutzt werden darf. Umgekehrt ist eine Eintragung auch gar nicht möglich. Was keine E-Nummer hat, kann auch dieser Weg es nicht legal machen. So etwas wie Teilegutachten zur Eintragung spielen beim Licht keine Rolle.

Die Genehmigung selbst muss nicht vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kommen. Das ist nur dann so, wenn hinter dem E eine kleine 1 steht. Die Zahl gibt nämlich an, welches Land die Genehmigung erteilt hat. Sehr gebräuchlich sind noch E2 (Frankreich), E3 (Italien) E4 (Niederlande), E9 (Spanien) und E13 aus Luxemburg. E11 für Großbritannien bleibt sogar unabhängig vom Brexit. Überhaupt gelten die ECE-Regelungen längst nicht nur in Europa und seiner EU. Die Mitgliedliste enthält beispielsweise auch Japan (E43), Australien (E45) und Südkorea (E51). Die vollständige Länderliste gibt es hier. Über die Qualität des Teils oder die Sorgfalt bei der Genehmigung sagt die Zahl nichts aus. So lassen auch deutsche Firmen gern ihre Produkte in Luxemburg (E13) homologieren, weil es dort vergleichsweise schnell geht.

Die neuen Upgrade-Scheinwerfer LEDriving Xenarc von Osram für den Golf VI tragen beispielsweise das Zulassungszeichen E4. Ihre Genehmigungen wurden also in Holland erteilt und gelten uneingeschränkt auch in Deutschland. Sind die Scheinwerfer sie gemäß der Anleitung eingebaut, angeschlossen und eingestellt, gibt es keine Bürokratie mehr zu erledigen.

Das ECE-Verfahren ist spätestens seit Mitte der 1990-er Jahre vollständig ins deutsche Recht integriert. Leider wissen das einige Polizisten wohl nicht. Wenn auch eher selten, kommt schon mal die Frage bei einer Kontrolle: Wo steht das in der StVZO? Die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung erwähnt es, aber nur ungeheuer verdreht. Eine „Genehmigung nach Regelungen in der jeweiligen Fassung entsprechend dem Übereinkommen vom 20. März 1958“ sei gültig, heißt es im Paragrafen 19.3.2b. Das „Übereinkommen“ sind die ECE-Regelungen und das muss man ja erst einmal wissen. Glücklicherweise haben sie die Sache einfacher gemacht, als es in der zumindest beim Licht weitgehend obsoleten StVZO klingt.

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