Für gutes Licht braucht es nicht nur Top-Scheinwerfer und Hochleistungslampen. Eine sorgfältige Einstellung ist von großer Bedeutung. Bislang ist sie praktisch nur in der Werkstatt möglich. Doch die Industrie arbeitet an automatischen Lösungen. Mit ihnen wird sich das Licht von selbst optimal einstellen.

Mitunter erreichen uns Anfragen, wo denn beim Modell X am Scheinwerfer die Justierschrauben sitzen. Man beabsichtige, das Licht einzustellen. Nun sollte jeder, der sich diese Arbeit zutraut, auch die Einstellelemente auf den ersten Blick erkennen. Doch davon mal ganz abgesehen, braucht es für die Scheinwerfereinstellung noch mehr. Nämlich ein Einstellgerät. So etwas kostet mehrere tausend Euro. Deshalb lautet unsere Antwort auch stets: Geht in die Werkstatt!

Leider verlässt so manches Auto die mehr oder weniger heiligen Hallen des Kraftfahrzeuggewerbes mit schlecht eingestelltem Licht. Die Gründe sind vielfältig, aber zwei stechen hervor. Da wird schon mal „zur Sicherheit etwas tiefer“ eingestellt. Und zweitens liegt das Augenmerk mehr auf die Höhe und weniger auf die seitliche Ausrichtung. Beides kann sehr viel Sicht kosten. Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn Auto- und Scheinwerferhersteller arbeiten an einer vollautomatischen Lösung. Der Ausgangspunkt dafür ist, dass immer mehr Lichtsysteme über eine Kamera gesteuert werden. Und diese sieht dann ja, wohin die Scheinwerfer leuchten. Besonders wertvoll sind dabei Informationen, wieviel Licht an den wichtigen Stellen jenseits von 50 Meter ankommt. Schon Bruchteile eines Grads oder einer Umdrehung an der Einstellschraube entscheiden darüber, ob der Fahrer dort noch etwas erkennen kann. Die Scheinwerfereinstellung der Zukunft stellt es automatisch sicher.

Die Sache darf nicht mit der automatischen oder manuellen Leuchtweitenregelung verwechselt werden, die in allen Autos seit Anfang der 1990-er Jahre verbaut ist. Sie beeinflusst ja nur die Höhe des Lichtbündels. Vertrackter Weise verändert sich bei der Höhenverstellung stets auch die seitliche leicht. Die ideale Lichtverteilung ist bei bisherigen Leuchtweitenregelungen nur in Nullstellung vorhanden. Nicht so bei der automatischen Scheinwerfereinstellung. Sie berücksichtigt auch die seitliche Justierung, die so genannte Asymmetrie.

Ohne zusätzlichen mechanischen Aufwand ist die neue Technik in Matrixscheinwerfern möglich. Sie steuern das Licht ja ausschließlich durch Ein- und Ausschalten bestimmter LEDs. Und ganz besonders fein wird es beim Pixellicht µAFS möglich sein.Wann kommt das Ganze und in welchem Auto? Zuerst wird sicher ein Oberklasse-Modell es bekommen und höchstwahrscheinlich zusammen mit µAFS – vielleicht schon innerhalb der kommenden zwei Jahre.

Dann muss auch niemand mehr nach den Einstellschrauben fragen. Es wird keine des herkömmlichen Sinns mehr geben. Bis dahin aber bleibt es dabei: Einstellung nur in der Werkstatt.

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