In diesem Blog und anderen Stellen im Umfeld des Lichts ist viel von Kelvin die Rede. Doch was sagt diese Angabe über eine Lampe? Und dann gibt es auch noch die Wellenlänge. Wer nach beidem in den Vorschriften nachschlägt, findet aber nichts dazu – eine Suche nach belastbaren Angaben.

Für die Freunde des bläulichen Lichtscheins gibt es nichts Schöneres als möglichst viel Kelvin (K). Je höher diese Angabe der Farbtemperatur, desto kälter ist das Licht, was eben an einen hohen Anteil Blau liegt. Wir wollen uns heute nicht damit beschäftigen, ob Blau sinnvoll ist, oder nicht. Die heutige Frage lautet nicht „Wie viel Blau soll es sein?“, sondern „wie viel Blau darf denn überhaupt sein?“.

Nun kommen bei solchen Dingen viele Leute auf die Idee, die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungsordnung StVZO zu konsultieren. Doch das bringt nichts. Denn erstens stammt das Vorschriftenwerk in seiner Grundlage aus dem Jahr 1937. Halogen war noch nicht erfunden, von Xenon und LED ganz zu schweigen. Und dann hat die StVZO beim Licht nichts mehr zu vermelden. Relevant sind nur noch die internationalen Regelungen der ECE, einer UN-Unterorganisation.

Farbtemperatur: Die Angabe in Kelvin (K) findet sich nicht in den Vorschriften. Doch bei 6000 setzen sie trotzdem den Schlusspunkt.

 

Deren Vorschriften 37, 48, 98 und 128 beschäftigen sich unter anderem mit Lichtfarben, und zwar auch denen von Blinkern und roten Leuchten. Doch in denen ist nichts zu Kelvin zu finden.

Die ECE-Regelungen sind einfach viel genauer. Sie definieren Farben und ihre Abgrenzungen als Koordinaten im Farbraum, also dem vom Auge sichtbaren Licht. Das ist für Physiker praktisch, nicht aber für Lampenkäufer. Deshalb kann man sich merken: Bei rund 6000 Kelvin ist in Richtung Blau Schluss. Verspricht eine Lampe mehr, ist sie höchstwahrscheinlich nicht legal. Auch andere Farbnuancen begrenzt das so genannte „ECE-Weiß“. Das betrifft in der Praxis vor allem den gelben Schein. Das alte Voll-Gelb Frankreichs ist sehr zum Ärger seiner kleinen Fangemeinde ausgeschlossen.

Nicht nur bei Scheinwerferlampen spielt die Farbe eine Rolle, sondern auch bei den gelben Blinkern und dem Rot von Brems- und Schlussleuchten. Deren Farbe wird gern über die Wellenlänge des Lichts angegeben. Bei dieser Zahl ist es übrigens umgekehrt wie beim Scheinwerferlicht. Es sind jeweils niedrigere Werte der Wellenlänge gefragter. Die Farbe wirkt dann satter. Bei LEDs funktioniert das sehr gut, zumal diese Lichtquelle nur ein sehr enges Farbspektrum liefert. Aber auch Rot und Gelb definiert die ECE über Koordinaten, nicht über Wellenlängen oder gar Farbtemperaturen. Mit dem Kauf der Lampen von Osram für Blinker und Rückleuchten bekommt man automatisch die zugelassenen Werte.

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