Schön‘ guten Tag, allgemeine Verkehrskontrolle. Ihre Scheinwerfer … die sind aber ganz schön gelb, junger Mann!“ Es war mein persönlicher Murmeltiertag auf der A7 zwischen Kiel und Hamburg. Der 1993er Audi V8 hatte ab Werk kein sehr gutes Licht. Ein Freund brachte mir aus Frankreich H4-Lampen mit gelben Überziehern mit, die waren zwar auch nicht besser – aber sahen super aus. Diese Meinung konnten die Ordnungshüter nicht teilen, einmal im Jahr ging es rechts ran. Trotzdem wanderten die gelben Lampen von Auto zu Auto. Ich mochte die. Bis dann ein Polizist fragte: „Sagen Sie mal, habe ich Sie nicht letztes Jahr schon einmal wegen dieser Lampen angehalten?“ Ups. Da begann ich, mal nachzudenken.

Ja. Sie sahen wirklich super aus, die tiefgelben Lampen. Je nach persönlichem Geschmack natürlich, aber Gelb ist meine Lieblingsfarbe. Wie wundervoll, wenn damals des Nachts von vorn französische Autos ankamen und nicht nur durch ihr extravagantes Design, sondern auch durch ihre fröhlich gelben Lampen auffielen. Seit Langem sind die nicht einmal mehr in Frankreich erlaubt, dem Mutterland des Gelblichts. Dabei skandierte die Zubehörindustrie doch so viele Vorteile: Die Farbe Gelb würde bei Nebel von den kleinen Tröpfchen nicht so stark gebeugt wie normales Weiß, durchdringe also die dicke Suppe besser. Als ehemaliger Physikstudent könnte man da noch das Wort „langwellig“ in den Raum leuchten. Also angeblich weniger Blendung des Gegenverkehrs. Bei Nacht sei gelbes Licht viel kontrastreicher, erinnert sich noch jemand an die gelben „Nachtfahrbrillen“? Gelbes Licht sei weniger ermüdend. Und nun?

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Eine Diskussion ist eigentlich hinfällig, denn gelbes Licht ist in Deutschland schlicht verboten. Es gibt keine wirklich gelben Lampen, die ein amtlich zugelassenes Prüfzeichen haben. Technik-Kollege Fritz muss bei diesem Thema immer erst lachen, dann beginnt er irgendwann zu schimpfen. Denn die gelben Lampen mögen in der Theorie ein paar kleine Vorteile bei Nacht und Nebel haben – in der Praxis werden diese wenigen Prozentpunkte dadurch regelrecht verdampft, dass die Leuchtleistung dieser Lampen wesentlich geringer ist. Egal, ob der Glaskörper mit gelber Farbe bemalt ist oder ein kleiner gelber Glaskolben drüber sitzt. Sehr viel Licht bleibt in dieser Färbung „hängen“, und das fehlt schlicht bei der Ausleuchtung der Straße. So wird der gute Kontrast bei Nacht dadurch aufgehoben, dass wir uns mehr konzentrieren müssen, weil wir schlicht weniger sehen. Und bei Nebel sieht man sowieso nix. Schwache gelbe Funzelchen sind da nicht besser, ehrlich.

Wer es dennoch nicht lassen kann … Es gibt die Osram Bilux H4 „Allseason“-Lampen, die einen ganz klitzekleinen Gelbstich haben. Für alle die, denen das weiße Licht zu weiß ist. Alles andere ist hier in Deutschland illegal und auch nicht sinnvoll. Ich selbst kann nicht ganz ausschließen, dass ich diese Lampen trotzdem noch … nein. Natürlich nicht. Ist ja verboten! Und wenn es noch so toll aussieht, es macht keinen Sinn und ist doof. Also noch mal: Nein. Fragt Fritz!

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  • Guten Tag,

    Ich habe eiene Frage wegen gelben lampen im KfZ.
    Mich haben jetzt die Polizei angehalten und hat gesagt sie sind verboten, aber die H4 Birnen haben die Schöne E1 Prüfung und sind von Osram. jetzt meine frage ab wann ist wirklich eine Lampe Gelb und ab wann weiß oder warm weiß Kelvin zahl, ich kann nichts in der Stvzo finden oder eine andere vorschift, haben sie da vielleicht Information für mich??? damit ich der Polizei eine info geben kann.

    Vielen Dank

    MfG Michalek

    • Hallo Michalek,

      Unsere sind alle ECE Konform und somit im Straßenverkehr zulässig. Eine warm-weiße Lampe spielt sich ca. im 1000-3000 Kelvin Bereich ab. Das weiß-bläuliche Licht, welches einen LED Look besitzt ist ca im 5000-6000 Kelvin Bereich. Ich hoffe wir konnten dir weiter Helfen.

      Mit freundlichen Grüßen dein Osram-Automotive Team