In modernen Autos wird oft und gerade im Winter der Strom knapp. Der Verbrauch an elektrischer Energie ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Das Licht hat dazu aber nicht beigetragen. Im Gegenteil. An leeren oder schwachen Batterien sind andere Verbraucher schuld.

Es gibt tatsächlich Leute, die zögern den Griff zum Lichtschalter so lange wie irgend möglich hinaus. Darauf angesprochen, äußern sie gerade jetzt, im Winter, schon mal die Befürchtung, das Licht könne an einer schwachen oder gar leeren Batterie schuld sein. Tatsache ist, dass gerade in modernen Autos das Bordnetz in der kalten Jahreszeit hohen Belastungen ausgesetzt ist. Doch nicht vom Licht. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Verbrauchern im Auto ist der Energiebedarf des Lichts in den vergangenen Jahren eher zurückgegangen.

Auf der Frage nach den größten Stromverbrauchern und der Ursache für leere Batterien fällt vielen Autofahrern dennoch nur das Licht ein. Die Beleuchtung rangiert aber höchstens im unteren Mittelfeld der stromhungrigen Einrichtungen. An die größten elektrischen Energieschlucker denken die meisten gar nicht.

Beim Stromverbrauch im Auto muss zwischen Dauerbelastungen und Kurzzeit-Entnahmen unterschieden werden. Die größte Leistung benötigt der Anlasser, bis zu 2000 Watt. Doch er tut das immer nur für wenige Sekunden. Solche kurzfristige Spitzen wie auch die von aktiven Fahrwerken und elektrischen Servolenkungen können eine gesunde Batterie und der Generator – von vielen immer noch „Lichtmaschine“ genannt – gut verkraften.

Vor allem im Winter sind aber große Verbraucher, die lange Zeit eingeschaltet sind, ein Problem. 250 bis 800 Watt verbraucht das Gebläse von Klimaanlage und Heizung. Viele Fahrer lassen es zu stark arbeiten. Auch die Heckscheibenheizung läuft oft unnötig lang. Dabei schlägt sie mit mindestens 300 Watt zu Buche. Die Spiegelheizung spielt mit ihren rund 30 Watt dagegen kaum eine Rolle.

Das Autolicht verbraucht so wenig Strom, dass daran nichts zu sparen ist.

 

Eine Standheizung ist eine feine Sache, die das Eiskratzen spart – übrigens und allerdings nicht an den Scheinwerfern. Die Wärmeenergie kommt dabei aus Benzin oder Diesel. Doch die Standheizung verbraucht auch eine Menge Strom. Das Heizungsgebläse im Innenraum, die Kraftstoffpumpe, der Verbrennungslüfter und Zündung entladen die Batterie mit bis zu 300 Watt ebenfalls gehörig. Die vor allem in Dieselmodellen verbreiteten elektrischen Zuheizer langen noch kräftiger zu, tun das aber dank einer elektronischen Steuerung immer nur ein paar Minuten lang. Dann aber verbrauchen sie rund ein Kilowatt. Im Kurzstreckenverkehr hat der Generator kaum eine Chance, die Batterie auf Vollladung zu halten. Ähnliches gilt für eine beheizte Frontscheibe.

Nicht unerheblich ist bei neueren Autos auch der Energieverbrauch von Steuergeräten und Prozessoren. Er liegt bei immerhin ein paar hundert Watt.

Und das Licht? Selbst in der stromfressendsten Halogen-Variante ist es inklusive Standlicht und Nummernschildbeleuchtung für 150 Watt zu haben. Xenon gibt sich sogar mit 30 Watt weniger zufrieden. Und wenn eine moderne LED-Beleuchtung im Spiel ist, landet die Energiebilanz des Lichts deutlich unter 100 Watt. Wenn die ein Problem sind, hat das Bordnetz einen Fehler.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder