Es ist oft nicht der der Wunsch nach nachrüstbaren Dingen, der zu ungewöhnlichen Scheinwerfern und Leuchten führt. Manche Berufe brauchen eben spezielles Licht, das dann mitunter auch eine spezielle Genehmigung benötigt. Überraschend aber ist, was sich jeder montieren dürfte.

Dass Blaulicht nicht für jedermanns Auto da ist, leuchtet im wahrsten Sinn des Wortes ein. Eine solche Zusatzbeleuchtung namens Rundumleuchte und eventuell blitzende Zusatzlampen in gleicher Farbe sind Fahrzeuge mit Sonderrechten vorbehalten. Etwas anders sieht es schon mit dem gelben Pendant aus. Eine solche Rundumleuchte darf sich zwar auch nicht jeder so einfach ans Auto schrauben. Aber mit einer guten Begründung ist eine entsprechende Sondergenehmigung für Firmen und selbst für Privatleute zu bekommen. Abschleppwagen, Pannenhilfsfahrzeuge und Straßenbau-Lastwagen gehören zu den häufigsten Kandidaten. Auch breite landwirtschaftliche Geräte wie Mähdrescher sind oft ganz legal mit einer gelben Rundumleuchte ausgestattet.

Dienen gelbe und blaue Leuchten der besseren Erkennbarkeit, steht bei der Tarnbeleuchtung das Gegenteil im Vordergrund. Militärisches Fuhrmaterial hat spezielle Tarnleuchten zusätzlich zur normalen Beleuchtung. Aus ihnen funzelt eigentlich nur ein schmaler Schlitz. Solcherlei Licht bietet dem Fahrer keine verbesserte Sicht, sondern stellt nur die Erkennbarkeit sicher, möglichst nicht für den Feind. Eine lichttechnische Besonderheit haben Fahrzeuge der deutschen Bundeswehr. Es ist das Leitkreuz, zwei rechtwinklig angeordnete weiße Flächen, in deren Mitte eine schwache Lampe sitzt. Das Ganze ist am Heck aber eigentlich eher unter dem Fahrzeug montiert, so dass es von einem gegnerischen Flugzeug nur schwer auszumachen ist. Mit Hilfe des Leitkreuzes sollen Fahrzeuge eines Konvois nächtens ohne weitere Beleuchtung hintereinander herfahren können. Diese und andere Tarnbeleuchtung ist natürlich den Militärs vorbehalten, die sie in Deutschland übrigens nur alternativ zum normalen Licht benutzen dürfen und nicht zusammen. Was auch logisch ist, aber dennoch extra in den Vorschriften steht.

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Schulbusse und Krankenwagen müssen in Deutschland und vielen anderen Ländern zusätzliche Blinker am Heck haben, und zwar oben. Wegen des charakteristischen Aussehens werden die Anbauteile scherzhaft auch Mickey-Maus-Ohren genannt. Vor allem an Bussen sind sie oft mit zusätzlichen Rückleuchten kombiniert. Beide Lichter unterscheiden sich in einem Punkt von der bisher genannten: Jeder darf sie zusätzlich montieren. Und das auch an Personenwagen. Wenn es gefällt, versteht sich. Ein Minibus für den Transport von Schulkindern muss beim Verkauf mithin nicht abgerüstet werden. Natürlich müssen die Leuchten für den Zweck zugelassen sein, also ein E-Zeichen tragen. Baufahrzeuge, Müllabfuhrlaster, Notarztwagen oder Trecker verfügen über Arbeitsscheinwerfer am Heck. Für die braucht es keine Genehmigung. Diese Lichter dürfen allerdings nicht während der Fahrt einschaltbar sein. Keine Regel ohne Ausnahme: Die Müllabfuhr darf nicht blendenden Arbeitsscheinwerfer auch in Bewegung benutzen.

Apropos Müllabfuhr: Deren Wagen haben an den Ecken auch rot weiße Streifen. Auch wenn sie nicht selbst leuchten, gelten sie als „lichttechnische Einrichtungen“. Diese Reflexfolien müssen deshalb tatsächlich in den Papieren eingetragen sein. Das liegt daran, dass sie begrenzte Sonderrechte gewähren. So markierte Mülllaster dürfen auch entgegen der Fahrtrichtung und auf der linken Straßenseite ihrer Arbeit nachgehen.Die genannten Leuchten, Scheinwerfer und Regeln beziehen sich überwiegend auf Deutschland. Uns interessiert aber auch die Situation in anderen Ländern und wir freuen uns deshalb über entsprechendes Feedback.

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  • Interessante wäre es einmal, zu klären, ob auch langsam fahrende Einachstraktoren mit Aufsitzhänger mit einem gelben Rundumlicht ausgestattet und betrieben werden dürfen. Empfehlen würde sich das meiner Auffassung nach schon, zumindest außerorts, da solche Kfz in aller Regel eine Vmax von ca. 15 km/h selbst auf glatten Straßen nicht überschreiten können.

  • Zusätzliche Lichter sind für viele Arbeiter sicherlich vorteilhaft. Die neuen LED Arbeitsscheinwerfer kann man online kaufen. Die Sicherheit sollte oberste Priorität haben. Davon abgesehen kann auch Arbeit besser verrichtet werden. Online kann man mehr dazu lesen.