Ein paar Lichter am Auto sind leicht zu verwechseln. Ein gutes Beispiel sind doppelte Nebelschlussleuchten, die sehr leicht als Bremslichter durchgehen. Es gibt noch mehr Lichtfunktionen, die schon mal Verwirrung stiften können. Die Industrie sollte solche Probleme angehen.

Neulich im Tunnel. Will der Entgegenkommende mittels Fernlichts vor einer Gefahr oder Radarkontrolle warnen? Nein, er war nur einer der vielen, die sich in der Röhre mit Tagfahrlicht begnügen. Und weil dies eine Fernlichtcharakteristik hat, ist es schon mal mit echtem Fernlicht zu verwechseln. Deshalb ist im Tunnel eben auch Abblendlicht vorgeschrieben. Umgekehrt wirkt Tagfahrlicht an hellen, sonnigen Tagen schon mal wie Standlicht. Das für die technische Seite des Autolichts zuständige Gremium ECE (Economic Commisson für Europe) will die Verwechslungsmöglichkeiten mittels eines automatischen Dimmers begrenzen. Tagfahrleuchten dürften damit deutlich heller werden als heute, aber nur, wenn ein Sensor entsprechende Lichtverhältnisse erfasst. Bei trübem Wetter würden die Leuchten gedimmt oder gar ganz auf Abblendlicht umgeschaltet. Eine gute Lösung, die hoffentlich bald kommt.

Bremsen oder nicht: Doppelte Nebelschlussleuchten sind sehr leicht mit Bremslicht zu verwechseln.

 

Abschaffen ist die einzig wahre Lösung für doppelte Nebelschlussleuchten. Die sind im ersten Moment sehr leicht mit dem Bremslicht zu verwechseln. Einzig das Fehlen der hochgesetzten dritten Bremsleuchte im Signalbild schafft Klarheit, dass der Vorausfahrende nicht bremst. Diese Verwirrung sollten die paar Autohersteller, die sich noch unterschiedliche Verdrahtungen für Rechts- und Linksverkehr sparen wollen, endlich beenden. Wenn nicht, sollte die ECE über eine Abhilfe nachdenken.

In Deutschland und vielen anderen Ländern dürfen warnblinkende Busse nur in Schrittgeschwindigkeit überholt werden. Das braucht Zeit, vor allem bei längeren Gespannen. In München sind jetzt beispielsweise 23 Meter lange Busse mit Anhänger unterwegs. Will ein solches Monstrum von der Haltestelle anfahren, blinkt der Fahrer (hoffentlich) links. Eigentlich darf ein Überholer dann neben dem Bus beschleunigen und zügiger vorbeifahren. Nur, er kann das Signal der Seitenblinker nicht vom Warnblinklicht unterscheiden. Ungeschlachte Busfahrer reagieren auf das fortgesetzte, aber unvermeidliche Schritttempo dann mitunter genervt. Ein schnelleres Blinken zum Zwecke der Warnung wäre mit LEDs leicht zu realisieren und würde Eindeutigkeit schaffen. Auch über unsymmetrische Blinksignale (kurz-lang oder so ähnlich) ließe sich doch sicher auf internationaler Ebene diskutieren. Gern für alle Fahrzeuge, nicht nur Busse.

Verwirrung stiftet mitunter das Abbiegelicht, also diese bei Lenkradeinschlag aufleuchtenden kombinierten Nebel- und Kurvenlichtscheinwerfer. Angesichts der grassierenden Faulheit vieler Fahrer beim Blinken können sie als eine Orientierungshilfe gelten. So nach dem Motto: Leuchtet einer der Scheinwerfer, fährt das Auto in diese Richtung. Also wirkt es praktisch als automatischer Hilfsblinker. Das kann fatale Folgen haben. In engen Kreisverkehren leuchtet das Abbiegelicht zur Innenseite des Kreises, weil die Lenkung in diese Richtung steht. Das leider weit verbreitete Ausfahren ohne zu blinken kommt dann für den einen oder anderen sehr überraschend. Und ein ausgefallener Nebelscheinwerfer lässt ebenfalls Missinterpretationen zu.

Eine gute Sache sind eigentlich Sidemarker. Dies sind jene orangen Lichter, die an den Seiten von Nutzfahrzeugen Pflicht, aber am Personenwagen leider wenig verbreitet sind. Beim überraschenden Auftauchen zwischen anderen Fahrzeugen besteht n die Verwechselungsmöglichkeit mit den Blinkern gleicher Farbe – aber glücklicherweise nur in den ersten Zehntelsekunden. Dann ist der Unterschied zwischen Blinken und Leuchten klar.

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  • Da geh ich in fast allen Fällen mit.
    Die doppelte NSL sehe ich nicht sooo kritisch. Rotes Licht nach hinten signalisiert eben, „Achtung, langsames Fahrzeug!“ Letztendlich also egal ob wegen Bremsung oder Nebels.

    Ein eleganter Ausweg für die Nebelschlussleuchtenverdrahtung zumindest bei Glühlampenbestückung wäre, auf der jeweils anderen Seite (also bei uns rechts) die Glühlampe herauszunehmen oder gegen eine schwächere (5 oder 10 statt 21W) zu ersetzen.
    Eine Anpassung des TFL an die Lichtverhältnisse halte ich nicht nur für höchst sinnvoll, sondern in LED-Zeiten auch für überfällig. Gilt dann auch für Blinker und Bremslicht, die derzeit bei nicht wenigen Fahrzeugen bei voller Sonneneinstrahlung kaum erkennbar sind, und nachts dem Hintermann die Netzhaut strapazieren.