Die autofahrende Gesellschaft war fast 50 Jahre lang des Nachts gebeutelt von den Lichtern ihrer Fahrzeuge, die in dieser Zeit mehr Funzeln als Lampen waren. Selbst als elektrisches Licht die Karbidlampen ablöste und BILUX-Lampen mit ihren zwei Glühfäden sogar Fern- und Abblendlicht in einem Glaskörper vereinten, waren vor allem dunkle Überlandstraßen trotzdem noch immer nur spärlich ausgeleuchtet. Das änderte sich in den 60er-Jahren mit der Erfindung der Halogenlampe spürbar. Lampen wurden heller, leuchteten weiter und dunkelten im Alter nicht nach.

Die alte Glühwendel aus Wolfram „dampfte“ in ihrem Betrieb ständig kleinste Wolframteilchen ab, die sich mit zunehmendem Alter der Lampe im Inneren ihres Glaskörpers niederschlugen und sie immer dunkler werden ließen. 1964 kamen zwei neue Einfadenlampen auf den Markt, deren Gas im Glaskörper mit Jod und Brom versetzt war. Eine einfache, aber geniale Idee: Diese Zusätze bewirkten eine Rückkehr der abgedampften Teilchen zur Wendel. Der Glaskörper blieb „sauber“, der Leuchtkörper wurde insgesamt heißer und bewirkte eine höhere Leuchtdichte. Diese H1- bis H3-Lampen waren wegen ihres einzelnen Glühfadens nur für Zusatzscheinwerfer gedacht.

osram_blog_bild

1966 wurde mit der H4-Lampe die erste Zweifaden-Halogenlampe vorgestellt. Man nennt auch diese Lampen BILUX, im Gegensatz zu ihren Vorgängern haben sie aber die Vorteile der „neuen“ Gasfüllung und leuchten die Straße nahezu doppelt so weit aus. Nach heutigen Maßstäben ist das kein Wunderwerk mehr – aber auch heute noch sind Halogenlampen die meist verbauten Lampen im Kfz-Bereich. Da sie anfangs verhältnismäßig teuer waren (nach heutiger Kaufkraft kostete eine H4-Lampe 1976 rund 25 €), kamen sie zuerst in der Oberklasse zum Einsatz. Das erste Fahrzeug, das serienmäßig mit H4-Lampen ausgerüstet wurde, war 1971 ein Mercedes 350 SL (Modell R 107).

osram_bild_02

In den „normalen“ Fahrzeugen, die im heutigen Straßenverkehr unterwegs sind, leuchten H4- bis H6-Lampen als Zweifaden-Halogenlampen. Dabei ist die H4-Lampe mit dem Sockel P43 den meisten wohl bekannt, sie wird genau in dieser Form seit den 70ern verwendet und nur in ihrer Leuchtleistung ständig verbessert. Die zurzeit beste Ausbaustufe dieser Lampe ist die Night Breaker Laser, die schon durch einen einfachen Tausch der Glühlampe am Fahrzeug deutlich helleres Licht bietet. Handelsübliche H4-Lampen werden mit einer Leistung von 55 Watt betrieben, ihr Licht ist im Stadtverkehr und bei gemütlichen Überlandfahrten ausreichend. Wer glaubt, ein Fuchs zu sein, und verbotene 100- oder 110-Watt-Lampen „nachrüstet“, hat nicht nur helleres Licht – er verliert auch die Betriebserlaubnis seines Fahrzeugs, eventuell den Versicherungsschutz und immer wieder auch das ganze Auto. Denn Schalter und Leitungen sind dem doppelten Laststrom oft nicht gewachsen und fangen an zu brennen. Aber is’ ja bald Weihnachten.

Auch H7-Lampen werden heute noch in Vier-Scheinwerfer-Systemen mit separatem Fernlicht genutzt. Diese Lampen reagieren recht anfällig auf Erschütterungen und stehen bauartbedingt unter einem sehr hohen Druck, liefern aber ein sehr helles Licht. Also. Da geht noch was. Wer noch kein Xenon- oder LED-Licht im Auto hat, ist nicht unbedingt „von gestern“. Moderne Halogenlampen von Osram machen die Nacht fast genauso zum Tag. Probiert es aus.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder
  • Interessante wäre es einmal, zu erfahren, wie groß üblicherweise der Leistungsverlust auf der Leitung ist von der Batterie zum Leuchtwendel des Ablendlichtes (H4). Da liegen ja bei einem PKW durchaus ein bis zwei Meter Kabel dazwischen, mit enstprechendem Kontakt- und Leitungswiderstand. Bei meinem Fzg, ein PKW-Veteran aus den 1980ern, denke ich darüber nach, dicke Kupferkabel zwischen Akku und Lampen zu verlegen und letztere dann mittels nachgerüsteten Relais zu schalten. Könnte ich damit noch ein halbes Volt Spannung für die Glühbirnen rausholen und lohnte sich das Unterfangen, vom Lichtertrag her gesehen?

    • Hallo Helge,

      tatsächlich geht bei einem alten Auto hier und da mal Leistung auf dem Weg zur Lampe flöten. Der Leitungswiderstand, vor allem bei schlechten Kontakten und Übergängen, macht sich ja leider im Gleichstromkreis besonders stark bemerkbar, man kann das immer gut spüren wenn man sich mal anschaut, wie warm das Pluskabel zwischen Batterie und Anlasser wird, wenn das Auto mal nicht gleich anspringt.

      Hast du denn das Gefühl, dass dein Licht schlechter als geplant ist? Ist die originale Verkabelung schon über ein Relais gelöst, oder läuft bei deinem Auto der Laststrom (wie z.B. bei einigen Audi noch bis in die 90er) direkt über die Schalter?
      DANN -> macht ein Umrüsten auf Relais und dicke Leitungen sicher Sinn. Vorausgesetzt, du hast ein bisschen Ahnung und weißt, was du tust. Denn da fließen schon nennenswerte Ströme. Wenn du allein die Wattzahl beider Scheinwerfer nimmst (zusammen 110W) und P=UxI nach dem Strom auflöst kommst du allein beim Licht vorn auf über 9 Ampere. Da sollte man sein Handwerk verstehen 😉

      Schau doch erstmal ob alle Kontakte okay sind. Und ersetze doch lieber deine vorhandenen H4 Lampen durch unsere neueste Generation, da holtst du auch ohne neu verlegte Leitungen eine Menge mehr aus deinen Scheinwerfern raus.
      Gruß
      Jens