Recht oft ist in unseren Beiträgen von der Lichtverteilung die Rede. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff und welche Bedeutung hat er für Autofahrer?

Jeder weiß: Am besten sieht man mit Fernlicht. Es hat nur einen großen Nachteil. Es blendet den Gegenverkehr. Das schon in den Kinderjahren des Autos aus diesem Grund eingeführte Abblendlicht war dementsprechend so ausgelegt, dass es einen entgegenkommenden Fahrer nicht anleuchtet. Dieses Abblendlicht wiederum hatte den Nachteil, dass auf der eigenen Fahrbahn auch nicht mehr viel ankam. Der Grund: Man senkte einfach das Fernlicht ab, und zwar symmetrisch. Und so entstand das symmetrische Abblendlicht. Was auf der Straße ankommt nennen die Experten Lichtverteilung.

Mit zunehmendem Verkehr, dem damit auch häufigerem fahren mit Abblendlicht und der stetig wachsenden Geschwindigkeit begann die stark verkürzte Reichweite zu nerven. Es ist letztlich unklar, wer auf die geniale Idee kam, die eigene Straßenseite mehr zu beleuchten als die Gegenfahrbahn. Das Ergebnis jedenfalls war das asymmetrische Abblendlicht. Tatsache ist, dass ab 1941 Autos in den USA damit ausgerüstet wurden. Europa hatte zu dieser Zeit andere Sorgen. Namentlich fuhren die meisten Fahrzeuge mit Tarnlicht.

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In der alten Welt kam das asymmetrische Licht erst 1958. Von Anfang an dabei war Osram mit seiner weiterentwickelten Bilux-Lampe. Dieser Markenname hält sich bis heute für die eigentlich R2 genannte Zweifadenlampe.In älteren Scheinwerfern mit echten Streuscheiben sind die in etwa dreieckigen Felder noch zu sehen, die das Licht entsprechend lenken. Heute entsteht der Effekt im Reflektor, die Abschlussscheibe des Scheinwerfers ist klar.

Ende der 1950-er Jahre brachte das heute eher bescheiden wirkende Licht aus der R2 eine wesentliche Verbesserung. Auf der rechten Fahrbahnseite reichte die Sicht jetzt rund doppelt so weit wie auf der Gegenfahrbahn. Viele Lichtexperten halten die asymmetrische Lichtverteilung deshalb für die bedeutendste Innovation des Autolichts – jedenfalls bis zur Einführung des blendfreien Fernlichts.

Dies hat überhaupt keine feste Lichtverteilung mehr. Es bringt immer so viel Fernlicht wie möglich auf die Straße und blendet dabei entgegenkommende Verkehrsteilnehmer aus.Ansonsten gibt es bis heute bei einigen Fahrzeugen symmetrisches Abblendlicht. Straßenbahnen gehören dazu. Und Lastwagen der Müllabfuhr oder Straßenreinigung. Warum das? All diese Fahrzeuge müssen und dürfen auch schon mal gegen die Fahrtrichtung unterwegs sein, also links fahren. Asymmetrisches Licht würde dabei genau in den Gegenverkehr leuchten. Aus diesem Grund sollen übrigens Autos auch nicht gegen die Fahrtrichtung parken. Sie würden beim Ein- und Ausparken blenden.

Symmetrisch ist weiterhin auch Nebellicht, das Stadtlicht bei adaptiven Lichtsystemen und Tagfahrlicht. Letzteres hat sogar eine Fernlichtverteilung. Deshalb darf es auch nicht bei Dunkelheit eingesetzt werden.

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