Modernes Licht am Auto ist super, noch viel mehr super, als man sich das vor wenigen Jahren vorstellen konnte. Die Entwicklung der Scheinwerfer im Automobilbereich geht nicht nur bei Osram rasend voran, die Ergebnisse sind mehr als erhellend – und sie geben den Designern völlig neue Möglichkeiten an die gestaltenden Hände. Das Zauberwort LED (Light Emitting Diode) versetzt die Hersteller der Autos in die Lage, individuelle Tagfahrlichter zu formen und das Abblendlicht kunstvoll in ein Scheinwerfer-Gesamtwerk zu integrieren. Sieht cool aus und ist wirklich unfassbar hell. Aber macht einigen von uns Angst, vor allem, wenn es dunkel wird.

bild_02

Wo sind die freundlich-traurig guckenden Mercedes-Kurzhauber geblieben? Was ist mit den Opel Rekords passiert, die im Rückspiegel auftauchen und nett fragen, ob sie mal vorbei dürfen? Wer fühlt sich denn schon von einem Ford Taunus vertrieben, wenn der Licht an hat? Niemand.

Sobald sich aber die Nacht über die Autobahn des Jahres 2016 legt und sowieso schon fiese Schatten hinter den Büschen und Windenergieanlagen lauern, gesellen sich jetzt böse Blicke dazu. Sie schleichen sich von hinten an, fixieren uns in unseren Rückspiegeln und bedeuten uns, dass wir mal lieber sehr schnell in Richtung Standstreifen hopsen sollten, sonst werden wir gebissen, totgeschüttelt und in die unterirdische Werkstatt gezerrt. Zumindest fühlt es sich für mich so an.

bild_03

Denn ein Auto guckt heute nicht mehr freundlich. Es muss cool gucken. Ein bisschen böse, provokant, rassig-arrogant. Ich kenne das noch aus den Comics. Wenn die Augenbrauen über der Nase tiefer waren als an den Seiten des Gesichts, gab es immer Ärger. Eine Zeitlang (in den 80ern und 90ern) klebten sich die, die sich das offizielle Tuningzubehör nicht leisten konnten, den „bösen Blick“ mit Leukoplast auf die Scheinwerfer. Das war vor LED. Jetzt laufen die Autos so vom Band.

Ist denn der Zeitgeschmack wirklich dort angekommen, dass der Kundenwunsch ein Design hervorbringt, das bestenfalls als kraftvoll und entschlossen durchgeht, auf mich persönlich aber böse und aggressiv wirkt? Viele Autos der Mittel- und Oberklasse haben diesen „Blick“ inzwischen. Ab einer bestimmten Preisdimension scheint sich ein freundliches Gesicht nicht mehr gut zu verkaufen, einige Design-Katastrophen der 90er-Jahre haben das wohl in Stein gemeißelt. Man denke an den Ford Scorpio. Heute selten und geliebt, damals Ladenhüter.

bild_01

Bei Kleinwagen sieht das ein bisschen anders aus. Die können auch „süß“ und „liebenswert“. Das Augenmerk scheint auf der Wiedererkennbarkeit auch bei Nacht zu liegen, so oder so.

Am Ende des Tages, also zu Beginn der Nacht, ist alles Geschmacksache. Wem die „bösen“ Lichtsignaturen gefallen, der soll sie fahren. Der „Blick“ eines Autos sagt zum Glück nichts über das Fahrverhalten oder gar die Gesinnung der Insassen aus. Vielleicht kommt mit den neuen Möglichkeiten der Scheinwerfergestaltung auch wieder ein bisschen Abwechslung in unser Straßenbild? Das Osram Team zeigt euch auf kommenden Messen und Veranstaltungen, was alles möglich ist. Und bis dahin könnt ihr euch gern einmal durch unser Sortiment klicken und erfahren, was innen im Auto und auch außen in Sachen Beleuchtung in allen Farben möglich ist!

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder
  • Volle Zustimmung!
    Nicht nur der „böse Blick“ (der für mich schon in dem riesigen Spalt zwischen Scheinwerfer und Motorhaube am Golf 5 seinen unheilvollen Anfang nahm), sondern überall begegnet einem heute werksseitig die „Sprache“ des primitiven Tunings und Zubehörläden: Tiefe Frontschürzen mit riesigen Luftleitschaufeln und unendlich viel Lufteinlassen*, ein unsinniges Theater von Auspuffblenden* hinten, sogenannte „frei schwebende“ Navimonitore (wo nur noch der Saugnapf fehlt), betonharte einzwängende Sportsitze, genauso betonharte Fahrwerke und nur noch riesige Alufelgen, Soundmodule (V8 Geblubber für den TDI…), Sportlenkräder mit leberwurstdicken Kränzen.
    Da will ich auch lieber einen Kurzhauber (in neu)…
    *beides sogar oft nur als Fake!

  • Leider haben nicht alle Autos diese modernen Lichter, die bei Nacht ganze Straßen hell erleuchten können. Mein Bekannter musste kürzlich erst via Internet aufrüsten. Online kann man Rückfahrleuchten und Seitenmarkierungsleuchten kaufen. So geht man auf jeden Fall auf Nummer sicher auf der Straße wahrgenommen zu werden.