Ganz moderne Autos blenden ohne Zutun des Fahrers automatisch ab. In allen anderen ist ein Hebel am Lenkrad dafür zuständig. Das war nicht immer so. Noch in den 1970-er Jahren gab es den Fußabblendschalter in Neuwagen. In einzelnen amerikanischen Modellen hielt er sich sogar bis Anfang der 1990-er.

Es gab und gibt so einiges, das Autofahrer mit den Füssen treten. Da sind zunächst einmal Gas- und Bremspedal. Die hat jedes Auto. Anhänger des Schaltgetriebes dürfen die Kupplung als drittes Pedal betätigen. Ein viertes findet sich in jenen Fahrzeugen, deren Feststellbremse ein eigenes Pedal hat. Zum Anziehen der dann ja wohl nicht mehr Handbremse zu nennenden Vorrichtung dient ein kräftiger Tritt, während das Lösen von Hand mit einem vergleichsweise unauffälligen Knopf geschieht. Wer meint, dass damit der Fußraum schon proper voll sei, könnte in Oldtimern noch zwei weitere Betätigungsinstrumente entdecken. Das ist zum einen der Gummibalg, mit dem sich per Fußtritt Waschwasser auf die Windschutzscheibe pumpen ließ. Ja und dann unser heutiger Flop des Autolichts, der Fußabblendschalter.

Zwei Generationen Autofahrer fanden es ganz normal, im VW Käfer auf diese Weise von Fern- auf Abblendlicht zu wechseln, und umgekehrt. Es gab den famosen Schalter im einst gebräuchlichsten Auto Deutschlands bis etwa 1977. In den meisten anderen verschwand er schon Anfang der 1970-er. Genauer: Seine Funktion wanderte ans Lenkrad, wo sie heute noch zu finden ist. Da stellt sich doch die Frage, warum je der Fuß zur Steuerung des Lichts herhalten musste.

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Jetzt denkt vielleicht der eine oder andere an Gesichtspunkte, wie jenem, dass die Hände damit nicht so oft vom Lenkrad genommen werden mussten. Womöglich, weil die Lenkkräfte wegen der geringeren Verbreitung von Servolenkungen ohnehin deutlich höher waren. Andere vermuten eventuell gar Vorschriften hinter dem Fußabblendschalter.

Weit gefehlt. Das Ding half den Autoherstellern schlicht beim Sparen. Es war billiger als ein Hebelschalter plus ein Relais. Ein solches ist für die heute übliche Funktion notwendig. Im Fußraum fand sich auch genügend Platz für das große Schaltergehäuse. In ihm mussten die dicken Kontakte untergebracht werden, die für die hohen Ströme der Scheinwerferlampen erforderlich waren. 6-Volt-Bordnetze waren in der Ära des Fußabblendschalters weit verbreitet. Jeder, der im Physikunterricht nicht von Ferrari & Co geträumt hat, weiß, dass bei gleicher (Lampen-) Leistung und halber Spannung der doppelte Strom fließt. Deshalb waren auch die Zuleitungen recht dick und der Verzicht auf ein paar Dezimeter teuren Kupferkabels zum Lenkstockhebel freute die Sparfüchse der Industrie.

In den 1960-er Jahren hielt die Lichthupe Einzug in viele Modelle. Der Fußschalter war für ihre Betätigung nicht mehr geeignet. Eine Zeitlang hatten manche Autos deshalb einen separaten Hebel nur für die Lichthupe. Nicht ganz so geizige Hersteller spendierten dann noch ein Abblendrelais dazu und fertig war die heute übliche Lösung.

Ob es noch Autofahrer gibt, die den Fußabblendschalter vermissen?

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