Im Winter sehen wir bei älteren Autos wieder alles blinken. Nicht nur den Blinker. Der Herbst schlägt mit all seinen Facetten zu, und er macht das nicht nur auf die bekannte Art und Weise. Mit den Themen, über die jeden Herbst berichtet wird, Dunkelheit, Laub, Wildwechsel. Der Herbst bringt mit seiner Kälte, seiner Feuchtigkeit und seiner Trostlosigkeit auch die (den ganzen Sommer ignorierten) Probleme der Autoelektrik ans … nein, nicht ans Tageslicht. An die Abenddunkelheit. Kennt ihr das nicht auch? Kurz mal blinken, und entweder blinkt der Blinker viel zu schnell oder manchmal sehr langsam oder auch – gar nicht? Dieses Problem kennen nicht nur die Lenker uralter Autos südeuropäischer Herkunft. Manchmal lässt es sich aber recht leicht beheben.

Schön, wenn es beim Blinken klick, klack, klick, klack macht. Ist euer Auto etwas älter, hört ihr da ein Relais, einen elektromagnetischen Schalter, arbeiten. Weil wir uns so an dieses Geräusch gewöhnt haben, klackt bei moderneren Autos ein kleines Soundmodul, Relais gibt es nicht mehr. Die elektronischen Blinkschaltungen geben eigentlich keine Geräusche von sich, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Klickt und klackt es sehr schnell, ist bekanntlich ein Lämpchen ausgefallen, das Relais bekommt durch den Wegfall eines Verbrauchers mehr Strom als sonst und die Schaltzeiten sind deshalb schneller. Lokalisiert das defekte Lämpchen. Entweder tauscht ihr es gegen ein neues von Osram aus (und macht das am besten gleich auf beiden Seiten des Autos) und das Problem ist gelöst. Wenn mit ein bisschen Wackeln die Lampe wieder leuchtet, korrodieren die Fassungen des betreffenden Lampenträgers so langsam. Und das kann lustige, aber nicht ungefährliche Auswirkungen haben.

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Metall hat den Nachteil, dass es korrodiert. Dass es rostet. Das betrifft auch nichtrostende Metalle, wenn sie von Strom durchflossen werden. Sind also die Kontakte, besonders in den selten inspizierten Rücklichtern, nicht mehr ganz blank, sucht sich der Strom spätestens bei steigender Luftfeuchtigkeit oder Regen einen neuen Weg durch das Gehäuse. Der geht dann auch gern mal an den anderen Lampen vorbei. Vor allem, wenn die Masse des Rücklichtes, also sein Minuspol und die Verbindung zur Karosserie des Autos, keinen oder nur noch schlechten Kontakt hat. Dann sieht man den Blinker im Wechsel mit dem Rücklicht blinken, den Rückfahrscheinwerfer statt des Blinkers oder gleich den ganzen Lampenträger. Das funzelt dann meistens, klickert und klackert nicht mehr wie sonst und lässt irgendwann (hoffentlich) die betreffende Sicherung rausfliegen. Lasst es nicht so weit kommen.

Bei den meisten Fahrzeugen ist ein Rücklicht mitsamt seinem Gehäuse schnell ausgebaut. Auf seiner Rückseite befinden sich die Trägerplatte für die Lampen und die Pins, auf die der Stecker vom Kabelbaum kommt. Hier kann man als einigermaßen begabter Heimwerker entweder mit feinem Schmirgelpapier oder einem Dremel die Kontakte wieder blank schleifen, säubern und mit Kontaktspray einsprühen. Tauscht am besten gleich alle Lampen gegen neue Produkte von Osram aus, dann habt ihr lange Zeit wieder Ruhe. Alle Verbindungen von der Lampe direkt zur Karosserie (meist mit braunen oder schwarzen Leitungen) prüfen, auf intakte Dichtungen achten und wieder so gesäubert einbauen. Dann kann er euch nichts mehr anhaben, der Herbst. Und vor allem sieht es auch nicht superpeinlich beim Abbiegen aus. Auf geht’s.

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