Manchmal ist das Internet wirklich nicht die beste Quelle für Autoteile. So hat mir ein deutscher Verkäufer in einem Web-Auktionshaus einmal einen Scheinwerfer für Linksverkehr angedreht. Aufgefallen ist es mir leider erst im Einstellgerät. Der Gegenverkehr wäre not amused gewesen, wie es in jenem Land heißt, in dem das asymmetrische Licht am linken Straßenrand völlig richtig aufgehoben ist. Neben diesem eher seltenen Grund gibt es noch eine Reihe anderer, warum Scheinwerfer blenden.

  1. Einstellung: Ein einfach zu behebender Fehler, der aber bei weitem nicht die einzige Ursache für Blendung ist. Im Oktober stellen deutsche Werkstätten kostenlos ein. Und auch die restliche Zeit sind sie die richtige Adresse für diese Arbeit. Ohne ein entsprechendes Gerät lässt sich diese nämlich nicht erledigen.
  2. Fehler beim Lampentausch: Dieses Problem nimmt zu! Eigentlich sollen sich Scheinwerferlampen nur in einer Position im Scheinwerfer einsetzen und verriegeln lassen. Eigentlich, denn in der Praxis ist der Fehlerteufel recht kreativ. Mit übermäßiger Kraft lassen sich schon mal kleine Rastnasen abbrechen, die ein falsches Einsetzen verhindern sollen. Oder es werden Federklammern so verbogen, dass sie die schief eingesetzte Lampe verriegeln. Wenn die Lampe aber nicht exakt im Scheinwerfer sitzt, ist die Lichtverteilung extrem gestört. Einstellen lässt sich dann nichts mehr. Ein Blick in die Anweisungen zum Austausch in der Betriebsanleitung vor der Arbeit spart den Ärger und auch viel Geld, die der Austausch eines im Extremfall beschädigten Scheinwerfers kosten kann.
  3. Schlechte Lampen: Ein Scheinwerfer ist nur so gut wie die Lichtquelle in ihm. Sitzt die Glühwendel nicht in exakt der richtigen Position, fällt das Licht nicht wie vorgesehen. Zu hoch, zu tief oder in die falsche Richtung – oftmals lässt sich die Abweichung auch nicht mehr per Einstellung korrigieren. Viele No-Name-Lampen haben so große Toleranzen, dass auch dieses Problem häufig ist. Markenlampen von Osram haben so enge Toleranzen, dass es mit ihnen nicht auftreten kann.
  4. Kaputte Scheinwerfer: Selbst die beste Lampe richtet nichts mehr aus, wenn der Scheinwerfer selbst Macken hat. Damit sind nicht nur sichtbare Dinge wie gesprungene oder verschlissene Abschlussscheiben gemeint. Gebrochene Gelenke, durchgedrehte Einstellschrauben, festsitzende Verstellmotoren – die Zahl der Ursachen nimmt mit der Komplexität moderner Scheinwerfer zu.
  5. Falsche Leuchtweite: Die Leuchtweitenregelung gehört zu den eher unbekannten Features eines Autos. Das gilt nicht nur für jene Modelle, deren Xenon- oder LED-Licht per Vorschrift automatisch auf der richtigen Höhe gehalten wird. Viele Autofahrer vergessen den Griff zur manuellen Verstellung im Cockpit, wenn sie mit vielen Insassen, schwerem Gepäck oder gar einem Anhänger unterwegs sind. Oder sie wissen gar nicht, wozu der Regler da ist. Das führt dann auch nicht selten dazu, dass die Leuchtweitenregelung nach ein paar Jahren festsitzt. Und dann stimmt die Leuchtweite wahrscheinlich auch nicht mehr. Näheres zur richtigen Nutzung steht wieder in der Betriebsanleitung. Sie sagt beispielsweise, in welche Beladungssituation welcher Einstellung richtig ist. Eher selten müssen die Scheinwerfer nämlich komplett nach unten geregelt werden. Dann blenden sie zwar nicht mehr, aber die Reichweite ist alles andere als gut.

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