Oh, was ist das da denn für ein Auto…?“ Schwer zu sagen im neuen Jahrtausend. Mit einigen Ausnahmen. Es gab eine Zeit, da haben sich die verschiedenen Automarken auch optisch markant voneinander unterschieden. Und es gab und gibt noch immer Gesichter in der Menge, die sich von allen anderen abheben – nicht zuletzt durch das Design und die Anordnung ihrer Scheinwerfer. Unsere kleine Reihe stellt subjektiv ausgewählt die spektakulärsten oder schrägsten Autofronten vor, einige längst vergessen, andere noch immer im Straßenbild vorhanden. Den Anfang macht die DS/ID, die Déesse von Citroën. Die Göttin mit den kleinen technischen Wundern und mit Designern, die visionär und mutig waren.

Egal, welche Legenden oder Mythen um die 1955 erfolgte Präsentation des neuen Modells von Citroën ranken – das Ding sah und sieht aus wie ein futuristisches Raumschiff! Neben den vielen Neuerungen (hydropneumatisches Fahrwerk im Verbund mit Bremse, Schaltung und Lenkung) und einer Aerodynamik, die mit wenig PS beeindruckende Fahrleistungen ermöglichte hatte die DS vor allem eins: Gesicht. Der breite Vorderwagen wurde von ausladenden Kotflügeln flankiert, in denen ab 1967 riesengroße Doppelscheinwerfer steckten. Durch eine mechanische Verbindung zum Lenkgestänge konnten diese die Kurve beim Lenkeinschlag ausleuchten und nahmen schon vor über 50 Jahren eine Technik vorweg, die erst jetzt so richtig in die Autos einzieht. Um die Mechanik gegen Schmutz von der Straße und Regen zu schützen, wurden die beiden runden Scheinwerfer mit Bilux Lampen (übrigens eine Erfindung von Osram) hinter eine glatte Glasscheibe gebaut. Auch das findet sich bei aktuellen Fahrzeugen genau so wieder.

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Eine DS oder eine ID, wie das baugleiche (aber spartanischer motorisierte und ausgestattete Schwesterschiff heißt) ist schon immer zeitlos. Sie war niemals neu oder veraltet, sie war immer nur anders. Provokant anders, aber größtenteils genial, und wenn es nicht die „Pallas“ Version mit voller Hütte war auch sehr zuverlässig und einfach zu reparieren. Ihre Tropfenform, das nach hinten abfallende Kunststoffdach und die vier rahmenlosen Türen rufen Sympathie und Begeisterung hervor, egal wo man mit diesem Auto auftaucht. Und im Rückspiegel ist sie als das Auto zu erkennen, was sie ist. Obwohl die DS aus einer Zeit stammt, wo die rasante Entwicklung der Technik noch nicht bei den Scheinwerfern angekommen war, hat sie Charakter und so eine Art „Blick“, im Hellen wie im Dunklen. Sie guckt nicht „böse“ oder auch ein bisschen dämlich wie einige Kleinwagen aus der Zeit, sie guckt wachsam. Aufmerksam, konzentriert, definitiv cool.

Mit der Zeit sind ihre „Augen“ auf einen aktuelleren Stand gebracht worden. Längst werden auch Lampeneinsätze mit H4 Sockel angeboten. Halogenlampen sind noch immer in sehr vielen auch aktuellen Kraftfahrzeugen verbaut, Osram arbeitet ständig an weiteren Verbesserungen dieser seit den 70ern erhältlichen und millionenfach produzierten Lampen. Mit den Night Breaker Unlimited Lampen zum Beispiel leuchtet selbst eine klassische DS die Fahrbahn und die Kurven vor sich taghell aus und zeigt nicht nur Gesicht, sondern auch, dass sie noch über 60 Jahre nach ihrer Premiere ein alltagstaugliches, charakterstarkes Fahrzeug ist. Nicht nur für Individualisten, aber für die ganz besonders.

 

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