Was Färbungen an durchgebrannten Autolampen erzählen.

Wer schon mal defekte Autolampen ausgewechselt hat, kann sich wahrscheinlich an seltsame Färbungen am Glasteil erinnern. Da gibt es zum einen eine schwarze, oft undurchsichtige Schicht im Inneren des Glaskolbens. Sie tritt bevorzugt bei kleineren Signallampen auf, also jene für Rückleuchten, der Nummernschildbeleuchtung oder Blinkern. Der Belag glänzt je nach Blickwinkel auch metallisch. Und das erklärt auch, wie er entstanden ist.

Es handelt sich nämlich um das Metall Wolfram. Aus dem besteht die Glühwendel in der Lampe. Im Laufe des hoffentlich langen Lebens verdampfen Teile an der Oberfläche des nur hundertstel Millimeter dünnen, spiralförmig gewickelten Drahts. Er wird schließlich weit über 2000 Grad heiß. Weil der „Dampf“ nicht aus der Lampe entweichen kann, schlägt er sich an der Innenseite des Glases nieder. Dort bildet er die schwarze Schicht.

Das verdampfte Wolfram fehlt dann an der Glühwendel. Sie wird mit der Zeit immer dünner und brennt dann schließlich durch.

Halogenlampen kennen die Schwarzfärbung nicht. In ihrem Inneren sorgt der von den Technikern Kreislaufprozess genannte Effekt dafür, dass verdampfendes Wolfram sich wieder auf der Wendel ablagert. Ein ewiges Leben garantiert das aber nicht. Die Ablagerung geschieht nicht gleichmäßig. Es entstehen auch in Halogenlampen dünnere Stellen, an denen der Draht dann durchbrennt.

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Halogenlampen kennen bei Ausfällen aber eine andere Farbe, nämlich Weiß oder Beige. Sie tritt nur sehr selten bei Markenlampen auf. Bei einer von Osram hat der Effekt hohen Seltenheitswert. Es handelt sich nämlich um einen Qualitätsmangel. Die cremeweiße Farbe entsteht, wenn Luft in den Glaskolben gelangt und dort mit dem Füllgas vermischt. Das kann passieren, wenn der Kolben nicht ganz dicht ist, meist an den Durchführungen der Drähte. Das unter Druck stehende Füllgas entweicht und seine Reste reagieren mit der Luft. Gleichzeitig lässt der Sauerstoff aus der Luft die Glühwendel geradezu verbrennen. Bei der Farbe handelt es sich nicht um eine Ablagerung wie bei den schwarzen Lampen. Das normalerweise unsichtbare Gas hat sich vielmehr verfärbt.

Solche Luftzieher genannten Ausfälle treten in der Regel schon sehr bald nach dem Einsetzen der Lampe auf. Oft sogar gleich beim ersten Einschalten. Schon deshalb sind Lampen von Osram praktisch dagegen gefeit. Sie werden nämlich in der Produktion bereits mehrfach testweise eingeschaltet. Solchen Aufwand betreibt nicht jeder No-Name-Hersteller.

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  • Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Bei mir steht nun auch die AU und HU an und ich muss dann auch gleich noch eine Autolampe austauschen lassen, da sie defekt ist. Ich finde es interessant, dass diese Lampen eine andere Färbung als normale Glühbirnen haben.

  • Dankeschön, das erklärt wohl meinen eben beobachteten Ausfall: weißer Niederschlag an den Enden außen am Halogenstab. Die Lampe ist vermutlich erst später kaputtgegangen. Glühwendel nicht oxidiert, an einem Ende abgetrennt, Leitungsschutzschalter hat angesprochen, also vermutlich Bogenentladung im Inneren. Wäre nett, wir kämen in Kontakt. Nicht nur wehen Lampenkauf.