Irgendwie ein beruhigendes Gefühl, wenn das Auto einem eine Menge Denkarbeit abnimmt. Es regelt das Klima im Innenraum, überwacht den Bremsvorgang und meldet sich, wenn technische Probleme auftauchen. Leider schalten nicht wenige Zeitgenossen deshalb ihren Kopf manchmal ganz aus und kümmern sich nicht einmal mehr um die letzten Kleinigkeiten, die bei den meisten Autos noch manuell erledigt werden müssen. Lenken, Gas geben und bremsen sind (noch) obligatorisch vom Fahrer zu erledigen. Und wenn es draußen dunkel wird? Dann schalten wir das Licht ein. Oder? Klar. Aber anscheinend sehen das nicht alle so.

Da haben wir schon so wundervolles Abblendlicht vorn in den Scheinwerfern unserer Autos, aber einige schalten das nicht einmal bei Dunkelheit ein. Kollege Fritz Lorek hat im April 2012 eine Zählung in München durchgeführt, bei der um 19:00 Uhr noch 19 Prozent der Autofahrer ohne Licht unterwegs waren. Selbst am späteren Abend fuhren noch 7 Prozent ganz ohne Licht. Was ist los mit uns? Während in vielen skandinavischen Ländern mindestens das Tagfahrlicht (was aber nicht zur Erleuchtung der Straße vor uns genügt), meistens sogar das Abblendlicht direkt mit der Zündung gekoppelt ist, tappen viele Deutsche im Dustern. Auch und vor allem nachts.

Ein Faktor für das Vergessen des Griffs zum Lichtschalter ist in großen Ballungsgebieten natürlich das allgegenwärtige Licht von außen. Straßenlaternen, Geschäfte, Neonreklamen und viele andere Autos machen in der Stadt die Nacht zum Tag. Während man auf dem Land ohne Taschenlampe nicht einmal das Zündschloss findet, ist es in der City auch bei Dunkelheit taghell. Wer also nicht aus Reflex sowieso nach dem Starten des Motors das Licht einschaltet, kann das hier durchaus mal vergessen. Der Blick auf das noch immer dunkle Cockpit sollte aber nach ein paar Metern eigentlich für Klarheit und die Erkenntnis sorgen. Wenn ich meinen Tacho nicht sehen kann, dann stimmt was nicht.

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Spätestens das muntere und häufige Aufblenden entgegenkommender, besorgter Verkehrsteilnehmer sollte nach einigen Kilometern in Dunkelheit nicht ausschließlich als Hinweis auf eventuelle Radarfallen gedeutet werden. Stimmt etwas am eigenen Auto nicht? Vielleicht das Fehlen von Licht? Okay, wir wollen euch nicht belehren, aber vielleicht denkt gerade jetzt im Sommer der eine oder andere von euch schon über den Herbst nach. Sind die Lampen okay? Funktioniert auch am Heck alles, nicht nur die Nebelschlussleuchte, die man ebenfalls gern mal zu lange anlässt? Es genügt eben nicht, das Tagfahrlicht dauerhaft eingeschaltet zu lassen. Na klar erhöht das auch nachts die eigene Sichtbarkeit, wenn zumindest irgendetwas leuchtet. Aber dann könnt ihr auch die Innenraumbeleuchtung einschalten, oder? Nein. Lieber nicht.

Wie ist denn überhaupt so euer Abblendlicht-Verhalten? Fahrt ihr auch bei gutem Wetter den ganzen Tag mit Licht? Nachts ja sowieso, hoffen wir. Gehört ihr auch zu den paar Prozent, die gern mal vergessen, das Licht einzuschalten? Oder seid ihr eher die, die es später nicht mehr ausmachen und morgens eine leere Batterie haben …? So oder so – wir wünschen einen guten Durchblick!

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  • Das Vergessen wird sicher auch begünstigt durch dauerbeleuchtete Instrumente. Den „dunklen Tacho“ gibts also längst nicht mehr.
    Und dann natürlich auch durch die recht verbreiteten Lichtautomatiken. Wer dann auf ein Auto ohne umsteigt (Dienstauto, Auto von Ehepartner…) fährt auch gnaden- und lichtlos im Dunkeln.
    Mein Auto schaltet das Fahrlicht natürlich auch automatisch ein und aus, nur bei Nebel muss ich selbst dran denken, was ich natürlich auch tue…

  • Leider sieht man das nur zu oft. Die Fahrer sind sich gar nicht bewusst wie gefährlich das ganze ist.
    Darauf sollte man immer achten.
    Mit besten Grüßen,
    Ihr Jeep Fan, Holger

  • Danke für diesen Beitrag. Gerade bei Autofahrern ist es wichtig, dass sie mit Licht fahren, denn man kann sie relativ schnell übersehen. Auch in der Stadt wird man nicht immer sofort gesehen. Vor kurzem habe ich etwas über Seitenmarkierungsleuchten gelesen, die man noch zusätzlich außen an das Fahrzeug befestigen kann.