Unsere Väter und Großväter füllten im Winter gern Brennspiritus in die Scheibenwaschanlage. Wenn der Inhalt nicht während der Frostperiode aufgebraucht wurde, schwappte die Mischung noch im Sommer im Behälter. Ansonsten bekam das Waschwasser dann keinen Zusatz mehr. Dieses mitunter noch heute, wenn auch selten, anzutreffende Verhalten, ist falsche Sparsamkeit. Zumal es noch nicht einmal eine ist, denn Brennspiritus ist gar nicht so billig. Was den weitaus größten Teil der Autofahrer heute in erster Linie vom Spiritus abbringt, ist der penetrante Geruch, der gern auch durch die Lüftung in den Innenraum gelangt. Der Markt kennt für verwöhnte Nasen inzwischen sogar verschiedene Duftnoten bei Zusätzen. Abschlussscheiben von Scheinwerfern und auch Scheibenwischer reagieren mitunter allergisch auf schlechte Zusatzmittel zum Waschwasser.

Doch ein gutes Zusatzmittel muss mehr tun als gut riechen. Es hat im Sommer vor allem gut zu reinigen. Da sind sowohl reines Wasser, als auch der sagenhafte Spiritus heillos überfordert. Gerade jetzt, wo Mücken und andere Insekten zuhauf am Auto zerschellen, ist die Reinigung Schwerstarbeit für Wäscher und Wischer.

Gibt es aber gute und schlechte Zusätze? Sind die nicht alle gleich? Gegenfrage: Sind alle Reifen, ja alle Autos gleich? Von Autolampen wollen wir mal gar nicht reden. Apropos Licht: Und was hat eigentlich die Scheibenwaschanlage damit zu tun?

Abschlussscheiben von Scheinwerfern und auch Scheibenwischer reagieren mitunter allergisch auf schlechte Zusatzmittel zum Waschwasser.

 

Also mal der Reihe nach. Wie bei allen Produkten existieren auch bei Zusätzen für das Waschwasser große Qualitätsunterschiede. Schlechte Mittel zeigen das beispielsweise in Form von Schlieren beim Wischen. Oder sie schäumen stark, was schon mal die Sicht kurzzeitig stark beeinträchtigen kann. Der Schaum tritt besonders gern in eher neueren Autos auf, die mit Fächerdüsen ausgerüstet sind. Längst nicht alle Zusätze kommen mit denen zurecht, weshalb es die besseren auf der Verpackung auch vermerken.

Dort steht auch, wenn sich das Mittel mit Polykarbonat-Abschlussscheiben verträgt. Und damit sind wir beim Licht. Alle Autos mit Xenonlicht (ausgenommen jene mit den seltenen 25-Watt-Systemen) haben eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage (SRA). Auch stärkere LED-Scheinwerfer müssen eine haben und mitunter sind sogar Halogen-Typen damit ausgerüstet. Praktisch alle Scheinwerfer haben heute eine Abschlussscheibe aus eben jenem Polykarbonat. Die SRA „feuert“ das Waschwasser mit rund 100 Bar Druck auf den mit einer dünnen Lackschicht überzogenen Kunststoff. Es ist unschwer vorstellbar, was zu aggressive Chemikalien dabei anrichten können.

Matte, trübe oder verfärbte Oberflächen sind oft auf ein ungeeignetes Zusatzmittel zurückzuführen. Darunter leidet auch das Licht, da die optischen Eigenschaften gestört sind. Abschlussscheiben sind in der Regel nicht einzeln auswechselbar. Ein neuer Scheinwerfer kostet viele hundert Euro. Ein besserer Zusatz zum Waschwasser ist deutlich günstiger. Das gilt übrigens auch, wenn das Auto gar keine Reinigungsanlage für das Licht hat. Denn die Gummis der Scheibenwischer mögen zu scharfe Mittel ebenfalls nicht.

Mit Mitteln renommierter Marken kann man wenig verkehrt machen, zumal, wenn die Eignung für Fächerdüsen und Polykarbonat eigens erwähnt ist. Vorteilhaft ist eine genaue Dosierung. Oft ist zu viel im Waschwasser und die Wirkung wird davon nicht besser – eher umgekehrt.

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