Die Fahrt in den Urlaub steht an, das pendelgeplagte Auto soll endlich mal wieder richtig über die lange Strecke getrieben werden. Die Werkstatt des Vertrauens hat sich schon um den guten Zustand von Öl, Kühlwasser und Bremsflüssigkeit gekümmert, aber davon bekommen wir im Inneren des Vehikels sowieso nichts mit. Deshalb gehen wir heute noch einmal um die Reiselimousine rum und setzen uns mit offenen Augen und offener Nase prüfend rein. Damit das rollende Wohnzimmer auf dem Weg in den tiefen Süden oder hohen Norden auch im Inneren funktioniert.

Bevor ihr Platz nehmt – macht doch mal einen kurzen Kniefall vor den Reifen. Ja. Den Reifen! Die Schuhe eures Autos sind lebenswichtig und werden ständig vergessen, außer wenn sie mal platt rumstehen oder während der Fahrt flattern. Ist noch ausreichend Profiltiefe da? Ist die Lauffläche innen und außen gleichmäßig abgelaufen? Wenn nicht, deutet das auf eine verstellte Spur der Achse hin. Stecken Schrauben oder andere Fremdkörper zwischen den Profilrillen? Ihr würdet euch wundern, wie lange man unbemerkt mit einem Nagel im Reifen rumfahren kann, aber seid euch sicher: Auf der Autobahn auf dem Weg in den Urlaub macht dann der Reifen schlapp. Sind die Flanken nicht porös oder durch allzu häufigen Bordsteinkontakt beschädigt?

Goldene Regel: Nicht an den Reifen sparen, lieber ersetzen. Sie sind lebenswichtig.

Als Nächstes fahrt das Auto mal in Nachbars Garage oder unter eine Brücke oder irgendwohin, wo es etwas dunkler ist, und prüft, ob alle Lämpchen im Cockpit funktionieren, wenn das Licht eingeschaltet ist. Gerade bei Nachtfahrten nervt die partielle Sonnenfinsternis hinter dem Tacho oder dem Kühlwasserthermometer, die Dunkelheit am Gebläseschalter und die Düsternis der Zeituhr. Cockpitlampen lassen sich bei den meisten Fahrzeugen einfach und mit wenig Fachkenntnis tauschen. Vielleicht rüstet ihr dann gleich auch andere Bereiche auf moderne LED Lampen, z.B. von Osram um? Retrofit LED Lampen gibt es beispielsweise als Leselampen im Dachhimmel, bei der Beleuchtung des Handschuhfachs, des Kofferraums oder auch im Cockpit.

Gibt es wiederkehrende Warnmeldungen im Display, und wenn es nur das Wischwasser ist? Funktionieren gar einige Warnlampen nicht mehr? Nach dem Einschalten der Zündung sollten eigentlich alle funkelnden Botschafter einmal kurz aufleuchten. Also – lieber jetzt drum kümmern, als auf der Autobahn liegenbleiben.

Und jetzt wieder zurück in die Sonne und: tief durchatmen. Alles frisch? Wann hat die Klimaanlage ihre letzte Inspektion und Desinfektion bekommen? Noch nie?? Alle zwei Jahre sollte man diesen Hunderter investieren und damit Krankheitserreger und Keime aus dem System blasen (und es gleichzeitig wieder mit Kühlmittel füllen lassen). In Südspanien oder Südfrankreich ist es definitiv wärmer als in Pinneberg oder Kassel, also vorausdenken. Und auch wenn es noch nicht müffelt – ein Blick unter die Fußmatten ist mal gut. Alles trocken? Feuchtigkeit vorn in Verbindung mit einem süßlichen Geruch kann von einem defekten Heizungskühler kommen. Sind Innenraum- und Pollenfilter noch frisch? Die kosten nicht viel und sind normalerweise mit wenigen Handgriffen selbst gewechselt.

Wenn ihr jetzt noch mit einem sauberen, feuchten Lappen die Kanten und Ränder der selten besuchten Ecken eures Autos säubert, freuen sich nicht nur die Mitreisenden. Rund um den Schalt- oder Automatikhebel, in den Griffschalen der Türen und in den Ablagefächern sammelt sich allerhand Geimel, der da nicht sein soll. Man wundert sich. Ein letzter Blick nach oben, wenn die Türen schon mal auf sind – leuchten alle Lampen im Wagenhimmel? Wenn nicht, tauscht sie gleich gegen passende Leuchtmittel aus. Damit es auch bei der Pause um Mitternacht nicht dunkel bleibt.

Das Autolichtblog-Team wünscht eine stressfreie Reise!

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