Der Blick auf die Abschlussscheiben von Scheinwerfern zeigt manchmal unschöne Dinge. So zum Beispiel Beschlag oder Wassertröpfchen auf der Innenseite. Beides fällt vorwiegend nach der Autowäsche auf, kann aber auch nach langen Regenfahrten oder schlicht längerem feuchten Wetter auftreten. Im Normalfall besteht kein Grund zur Sorge, denn der in Fachkreisen auch Fogging genannte Beschlag verschwindet in aller Regel von allein wieder. Das gilt zumindest für belüftete Scheinwerfer. Aber das sind nahezu alle, die in den vergangenen 30 Jahren gebaut wurden. Ein sinnreiches Labyrinthsystem sorgt dafür, dass ein kontrollierter Luftaustausch stattfindet. Die Wärme beim Betrieb und die anschließende Abkühlung unterstützen den Prozess noch.

Leider funktioniert die Sache manchmal nicht so, wie es sich die Scheinwerferkonstrukteure gedacht haben. Die Gründe können vielfältig sein. Von schlicht ungeeigneter Anordnung bis zum Verstopfen der Belüftungsöffnungen reicht die Palette. In solchen Fällen kann man die Trocknung beschleunigen. Eine der Maßnahmen ist die Abnahme des Deckels, der den Scheinwerfer zum Motorraum hin verschließt. Dazu dienen dieselben Handgriffe, die zur Vorbereitung des Wechsels einer Scheinwerferlampe nötig sind. Dabei entsteht praktisch kurzzeitig eine große Belüftungsöffnung. Die sorgt in der Regel für ein zügiges Austrocknen. Wem es nicht schnell genug geht, kann mit einem normalen Haarföhn nachhelfen. Aber bitte nicht zu nah herangehen! Wer es sich zutraut, kann durch Ausbau der Scheinwerferlampe einen zusätzlichen Kanal für die Warmluft schaffen. Nicht vergessen, nach der Trocknung den Deckel wieder anbringen! Profis der Werkstätten setzen mitunter auch Silica-Pads ein. Das sind jene weißen Tütchen, die in vielen Verpackungen hochwertiger Elektronik eventuell eindringende Feuchtigkeit aufnehmen. Die Pads sollten nicht länger als ein paar Stunden im Scheinwerfer bleiben und keinesfalls während einer Fahrt.

So oder ähnlich sehen die Belüftungsventile von Scheinwerfern aus. Bei der Wagenwäsche keinen harten Strahl darauf richten! Bild: Lorek

 

Wer häufig innen beschlagene Scheinwerfer hat, macht möglicherweise etwas falsch. Das kann beispielsweise der Umgang mit einer Hochdruckreinigung sein. Der harte Strahl darf nie direkt auf die Belüftungsöffnungen gerichtet werden, und am besten gar nicht auf die Scheinwerfer. Es sitzen auch an deren Unterseite vom Motorraum her welche! Ohnehin sollte beim Hochdruckreinigen ein Mindestabstand von 30 Zentimeter eingehalten werden.

Die Alternative, gar nichts gegen Fogging zu unternehmen, ist keine Option. Bleibt die Feuchtigkeit länger im Scheinwerfer, können Reflektor und andere Teile leiden. Und das Licht blendet, weil der „Nebel“ die optischen Eigenschaften stört.

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  • Die meisten Voll LED Scheinwerfer haben Lüfter für die Luftabsaugung.
    Die Luftabsaugung verhindert Fogging, Feuchtigkeit, durch die Lüfter Sauggeschwindigkeid im Scheinwerfer mit Luft Ansaug und Luftabführung! (Trocknung)
    Also einen Lüfter mit Bordspannung Einbauen !

  • Hallo, danke für die guten Tipps. Gibt es denn nicht eine andere Methode mit der richtigen Abdichtungstechnik die Scheinwerfer gleich so zu produzieren, dass das Problem erst gar nicht mehr auftritt?

    • Hi Michaela, sicher hätte sich die Beschlagneigung bei einzelnen Modellen mit einer veränderten Konstruktion mindern lassen. Doch ist kurzzeitiger Beschlag nie hundertprozentig vermeidbar. Die Belüftung des Scheinwerfergehäuses muss schließlich sein und über sie gelangt zwangsläufig auch mal feuchte Luft ins Innere. Die Frage ist immer, wie schnell Feuchtigkeit und Beschlag wieder verschwinden. Ein großes Problem für die Scheinwerferkonstrukteure stellen die vom Design gewünschten Formen von Leuchten und Scheinwerfern dar. Spitze Ecken, die weit von der Wärmequelle Lampe entfernt sind, zeigen sich besonders anfällig. Sie werden von der Luftzirkulation eben nicht so gut erfasst. Viele Grüße vom Automotive-Team