Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass die H7 eine Hochleistungslampe für Scheinwerfer ist. Und dass sie mehr Licht bietet als eine H4. Da könnte der Gedanke aufkommen, doch einfach die Bestückung im Scheinwerfer zu tauschen. Also, H4 rausgeschraubt und eine H7 hinein.

Sorry Leute, das geht nicht. Es handelt sich um zwei sehr verschiedene Lampentypen, die schlicht ganz unterschiedliche Sockel haben und schon gar keine zum schrauben. Überhaupt gibt es im Auto keine Lampen mit Gewinde wie im Haushalt.

Es sind aber nicht nur die Unterschiede beim Sockel, die das vermeintliche Upgrade verhindern. Der Einsatz wäre auch sinnlos, denn das optische System eines Scheinwerfers ist auf die exakte Position der Glühwendel ausgelegt. Und die wäre eben auch nicht gewährleistet. Blendung und schlechteres (!) Nutzlicht wären die Folge. Dann ist da noch eine „Kleinigkeit“: Die H7 hat nur eine Wendel, weil sie in getrennten Scheinwerfern für Fern- und Abblendlicht eingesetzt wird. Eine H4 kann beides – wenn auch nicht auf so hohem Niveau. Die falsche Bestückung würde dem Auto schlicht zum Beispiel das Fernlicht nehmen.

 Andererseits soll jetzt niemand denken, dass eine höhere Zahl hinter dem Buchstaben H für Halogen auch automatisch eine bessere Leistung bedeutet. So bietet schon eine H1 einen höheren Lichtstrom als H3 und H4. Die für Nebelscheinwerfer ausgelegte H8 ist mit wiederum schwächer als die H7

Die Zahlen sagen eher etwas darüber aus, wann die entsprechende Lampe entwickelt worden ist. Die H1 kam Anfang der 1960er Jahre, die H4 zehn Jahre später und die H7 gibt es seit den 1990ern. Übrigens existiert nicht zu jeder Zahl eine Autolampe. H5 und H6 spielen auf der Straße keine Rolle. Andere sind nicht in allen Regionen gebräuchlich oder zugelassen. Dies gilt beispielsweise für H10 und H13, die nur in Nordamerika leuchten.

Also: H7-Leistung in H4-Scheinwerfern geht nicht. Mit zusammengebastelten Adaptern passend machen wäre, nebenbei gesagt, verboten.

 

Ähnlich sieht es übrigens bei Signallampen für Brems- und Schlusslicht aus. Viele Autos haben dafür eine Zweifadenlampe, die beide Lichter bedient. Das Bremslicht hat dabei immer 21 Watt, während die Rücklichter mit vier oder fünf Watt leuchten. Die entsprechenden Lampentypen heißen P21/4W und P21/5W. Schwächelt eine Leuchte für die Vier-Watt-Variante etwas, kann das kein findiger Kopf mit der P21/5W ausgleichen. Die Lampen sehen sich zwar täuschend ähnlich, haben aber anders angeordnete Zapfen am Bajonettsockel. Wieder passt nicht zusammen, was nicht vorgesehen ist. Das ist besonders ärgerlich, wenn versehentlich die falsche Lampe gekauft wurde.

Irrtümer treten auch gern bei Autofahrern auf, deren Fahrzeuge eine HB3 oder HB4 im Fern oder Nebellicht haben. Selbst Fachverkäufer verwechseln diese seltenen, ursprünglich aus den USA kommenden Typen gern mit H3 und H4.

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  • Was ich mir bis jetzt für Erklärung anhören musste.. Ich habe es nie so ganz verstanden und ich dachte man kann einfach nutzen welche man möchte aber sehr guter Beitrag und sehr verständlich. Nun verstehe ich es auch so langsam 😉

  • Meine Frage:
    Ich habe für meinen Chrysler Grand Voyager (1998) neue Frontscheinwerfer. In den alten waren je zwei HB3 verbaut, die neuen haben je eine HB5. Wie müssen diese nun angeschlossen/verkabelt werden?

    Vielen Dank für die Hilfe!

    • Hallo Wolfram,

      danke für deine Nachricht. Das geht uns auch ein Wenig zu sehr ins Detail. Melde dich doch einfach mal bei unseren Spezialisten unter automotive-service@osram.com – Vielleicht können die Kollegen helfen!

      Viele Grüße!