OSRAM

Ambient-Beleuchtung – mehr als Wohlfühl-Licht

06.
Dez
2011

In einem Mercedes ist es oft gelb, BMW bevorzugt ein frisches Orange, Toyota setzt auf ruhige Blautöne, General Motors steht auf Rot. Worüber wir reden? Ganz einfach: Diese Farben nutzen die erwähnten Automobil-Konzerne üblicherweise für ihre Ambient-Beleuchtung – für den Teil des Innenraumlichtes also, der in den letzten fünf Jahren das große Steckenpferd vieler Autodesigner war.

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Design trifft Funktion – LED-Licht im Innenraum

11.
Nov
2011

LED-Einzelkomponenten ermöglichen immer mehr Licht-Lösungen im Innenraum. Früher stand hierbei die Funktion im Mittelpunkt, heute geht es immer häufiger um Design-Fragen. Wir haben mit Lena Sossenheimer, Marketing Manager Interior-Bereich, bei OSRAM Opto Semiconductors in Regensburg über Trends und Innovationen gesprochen.

Blick in die Fertigung bei OSRAM Opto Semiconductors in Regensburg. Ein Mitarbeiter stellt die optischen Instrumente für die LED-Justierung ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Sossenheimer: LED im Auto-Innenraum – das klingt nach Innovation, seit wann arbeitet OSRAM Opto Semiconductors an dem Thema?

LENA SOSSENHEIMER: Stimmt, es ist ein Innovationsthema, aber so neu ist es nicht: Wir haben schon vor mehr als 30 Jahren mit der LED-Entwicklung begonnen. Und in den 1990er Jahren wurde die LED ja auch schon im Kombiinstrument, also in Tacho und Drehzahlmesser, verbaut. Dann folgte die Mittelkonsole mit Radio und Klima-Bedienteil, und auch in der Suchbeleuchtung kam sie recht früh. Damit meine ich die Hinterleuchtung der zahlreichen kleinen Schalter in Türen oder Konsole für Applikationen wie elektrische Scheibenheber, damit man die auch bei Nacht findet. Und in den letzten Jahren wurden das Thema auch im Bereich Dach, Fußraum- und Türenbeleuchtung immer wichtiger – wir bezeichnen das bei OSRAM als AmbientLighting.

AmbientLighting fällt ein wenig aus der Reihe, oder?

Sie meinen, weil hier nicht die funktionale Beleuchtung im Fokus steht? Das stimmt – es zahlt mehr auf den Wohlfühleffekt ein und soll die Wertigkeit des Autos spiegeln. Licht, das für Flair sorgt, gab es vor 20 Jahren nicht – da ging es nur um funktionale Fragen.

Wieso ist die LED für solche Lösungen besonders geeignet?

Sie ist als kleine und kompakte Komponente sehr flexibel nutzbar. Im Gegensatz zur Glühlampe kann man bei der LED einen sehr kleinen Farbbereich darstellen oder durch Mischen des Lichtes einer blauen LED mit einem Farbstoff ein kaltes oder warmes Weiß und sogar eine beliebige ungesättigte Farbe erzielen. Diese Lösung nennen wir „Color on Demand“ – sie ist gerade bei Autoherstellern gefragt, die durch individuelle Farb-Lösungen ihre Marke betonen, also Branding betreiben wollen. Wichtig ist auch der ökologische Gedanke: Die LED ist ohnehin sparsam, aber da man die Lichtfarbe genau definieren kann, ist sie noch effizienter als eine herkömmliche Glühlampe, bei denen ich so präzise Farbbereiche nur über spezielle Filter ansteuern könnte – und die würden die Lichtausbeute verringern.

Eine Mitarbeiterin bei OSRAM Opto Semiconductors wiegt im Labor Farbstoffe ab, mit deren Hilfe die Lichtfarbe der LED gezielt verändert werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist ein Trend hin zu individuellerer Innenraumbeleuchtung erkennbar? Sowohl, was die Konsumenten angeht als auch die Autohersteller?

Beim Thema „Brand Color“ sehen wir das ja schon seit einigen Jahren.

Mit Brand Color meinen Sie hier, dass Autohersteller ihre Marke dadurch betonen, dass sie individuelle farbige Lichtlösungen wählen?

Genau, viele Hersteller setzen auf Blautöne, Orange, manche auch auf Grün oder Gelb. In der Vergangenheit hat sich diese Farb-Welt allerdings oft auf Kombiinstrument und Mittelkonsole beschränkt. Die restliche Innenraumbeleuchtung war weiß. Was neu ist, ist – gerade bei kleineren Trend-Autos – eine komplett individuelle und teilweise auch vom Fahrer selbst einstellbare Farbwelt, die im gesamten RGB-Spektrum angesiedelt sein kann.

Wie hat die Fertigung von LED-Komponenten bei OSRAM Opto Semiconductors begonnen?

Das war vor rund 30 Jahren. Angefangen haben wir mit radialen LED, bei denen die Chips in Harzplättchen vergossen wurden, aus denen zwei Drahtbeinchen herausstanden. Man findet das heute noch in vielen Bausätzen für Hobbybastler.

Wie kann ich mir die Evolution der LED vorstellen – ist sie vergleichbar mit der Evolution des PC?

Der Vergleich passt nicht so gut: Wenn ich mir vorstelle, wie viel Platz der erste Zuse-Computer benötigt hat, und wie klein Rechner heute sind, dann sind das Sprünge , die bei LED so nicht machbar sein konnten. Als Halbleiter-Komponenten würde ich LED lieber mit Computerchips vergleichen und mit deren Leistungssteigerung in den letzten Jahrzehnten. Ich habe die Verlaufskurven nie ausgerechnet, aber ich denke, dass die Steigerung der Lichtausbeute vergleichbar ist mit der Performance-Entwicklung von Computerchips.

Reden wir über den Einbau von LED: Kann das der Laie selbst, oder muss es in einer Werkstatt geschehen?

Generell kann er es: Wir liefern zwar vor allem große Tranchen an B2B-Kunden, haben im Internet aber auch einen „Light Shop“, wo Privatleute geringe Stückzahlen beziehen können. Die Frage ist natürlich immer, ob ich an die Platine, auf der ich die LED verlöten möchte, überhaupt herankomme. Bei der Radio-Hinterleuchtung kann ich mir das vorstellen. Wenn wir aber über das Kombiinstrument reden, stößt man an Grenzen, weil der Ausbau der Platine so kompliziert ist. Das ist dann eher ein Thema für die Werkstatt.

Was muss man beim Einbau von LED-Einzelkomponenten rechtlich wissen?

Rechtliche Hintergründe wie bei der ECE-Norm im Außenbereich etwa für Scheinwerfer muss der Hersteller hier ja weniger beachten. Bei Innenraumbeleuchtung geht es eher um Erwartungshaltungen und Qualitätsfragen: dass die Blinker-Hinterleuchtung grün ist, die für das Fernlicht blau und dass die LED natürlich nicht blendet. Die kleinen Schalter in der Tür müssen daher beispielsweise recht dunkel gehalten werden, damit sie nachts nicht ablenken. Wer selbst LED-Komponenten verbaut, sollte sich aber auf jeden Fall beim TÜV oder in seiner Werkstatt absichern, dass alles rechtskonform ist.

Blicken wir in die Zukunft: Welche Möglichkeiten mit LED-Licht sind denkbar?

Der Ambient-Bereich wird sich sicher weiter entwickeln – ich denke an „Wasserfall“- und Fußraum-Beleuchtung.

Wasserfall-Beleuchtung? Was ist das?

Darunter versteht man eine schmale Leiste in der Tür, meist in Form einer Lichtleiste, die nach unten strahlt – wie der Wasserfall ja nach unten fließt.

Gibt es weitere Trends?

Viele sogar: Wir bieten LED sowohl für kleine Applikationen an wie die Ringbeleuchtung beim Becherhalter in der Mittelkonsole, aber auch für flächige Dachbeleuchtungen. Stark im Kommen ist auch die RGB-Beleuchtung, also, dass sich der Fahrer seine Lichtfarbe selbst aussuchen kann. RGB steht für die Grundfarben Rot-Gelb-Blau, aus denen man alle anderen Farben kombinieren kann. Entweder fällt er die Entscheidung über die Farbe seiner Wahl einmalig beim Kauf, oder aber er stellt sie– und dorthin wird es gehen – im Cockpit selbst ein. Die Spielmöglichkeiten sind hier vielfältig: von einem Portfolio auswählbarer Farben,  über eine Reihe von Farbtönen, die automatisch wechseln, bis hin zu – und das wäre die kreativste Variante –einem Drehknopf, mit dem der Fahrer das Innenraumlicht jederzeit so mischen kann, dass es seiner aktuellen Stimmung entspricht.

Nahansicht der „Multiled“ – einer RGB-LED aus der „Topled“ –Familie, die weltweit Standards gesetzt hat

 

 

 

 

 

 

 

 

Inwiefern beeinflusst der oftmals ja stilprägende US-Markt die Entwicklungen in Europa und Deutschland?

Ich sehe eher eine parallele Entwicklung: Manche Lösungen wie die einstellbare RGB-Beleuchtung gab es in den USA zuerst, „Wasserfall“ und flächige Ambient-Beleuchtung im Innenraum dagegen haben wir hier in Europa zuerst gesehen.

 

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